Ganz privat ist man eigentlich nie als darstellender Künstler, obwohl ich persönlich nie damit gerechnet habe, dass das in der heutigen Zeit auch für klassische Musiker gilt, denn wir und unsere Kunstrichtung sind zu einer Nische geworden. Es ist längst nicht mehr üblich, dass Primadonnen à la Carlotta (Phantom der Oper) hofiert werden von Theaterdirektoren und belagert von Fans, die stundenlang in der Kälte vor dem Opernhaus ausharren, um einen Blick auf die angebetete Diva werfen oder ihr gar eine Rose überreichen zu dürfen. Aber, was die Wenigsten wissen, auch eine Nische bietet leider Platz für Stalker jedweder Couleur. Ich selbst werde seit gut 3 Jahren von meiner Nachbarin gestalkt. Massiv. Jeden Tag. Da ich als freischaffende Sängerin keine immer gleichen Probenzeiten habe tagein, tagaus, sondern meine Proben projektgebunden zu unterschiedlichen Stoßzeiten und auch zu unterschiedlichen Tageszeiten stattfinden, weiß niemand außer mir selbst, wann ich heute, morgen, übermorgen das...