Produktion und Uraufführung der "Heldin von Gaeta"

Nach langem Kämpfen und vielen bewältigten Hürden steht endlich die Uraufführung von Astrid Mathysheks "Die Heldin von Gaeta" an und begeistert mit einem Bouquet virtuoser Romantik zu Ehren der letzten Königin von Neapel,  Marie Sophie Amalie, Herzogin in Bayern, jüngere Schwester von Kaiserin Sisi.

Astrid Mathyshek, Konzertproduzentin und Autorin der Biografie "Marie Sophie Amalie",  hatte das Libretto 2024 als Cantata a voce sola verfasst und es, wie damals im hiesigen Blog publiziert, als große Opernszene, als Pendant zu Gioacchino Rossinis "Giovanna d'Arco" konzipiert, denn die historische Titelheldin wurde durch ihr Schicksal im Krieg zur "Jeanne d'Arc des 19. Jahrhunderts" stilisiert und der naheliegende Vergleich der beiden Frauenpersönlichkeiten hatte die Textdichterin zur Ausarbeitung einer Schwestern-Kantate in formeller wie musikalischer Gestaltung inspiriert...Die Messlatte lag also hoch und nicht jeder Komponist kann solchen Anforderungen genügen.

Anfragen für Vertonungen gab es mehrere, auch eine von Susan Oswell. Diese hatte Mathysheks Biografie über Königin Marie von ihr persönlich erworben und teilte mit, dass sie großen Drang verspüre, Neapel als Aufführungsort in ihren Lebenslauf aufzunehmen. So wagte Oswell den Versuch, Mathysheks anspruchsvollen Kantaten-Aufbau, Text und Regie musikalisch umzusetzen, scheitere jedoch kompositorisch an der  geforderten Virtuosität für Mathysheks Koloratur-Mezzosopran, der über 3 Oktaven umfasst, vom kleinen e bis zum fis''', und für den selbst Vivaldis "Agitata da due venti" keine große Herausforderung darstellt. Mathyshek hatte seit 2020 mit ihrem neapolitanischen Veranstalter die Konzert-Produktion ausgearbeitet und detailverliebt organisiert, um zum Geburtstag der Königin Marie, am 4. Oktober, im 100. Todesjahr das musikalisches Jubiläum mit Uraufführung ihrer Kantate in Neapel zu präsentieren. Die Koloratur-Vorgaben wurden von der Künstlerin so gewünscht wie vom Publikum erwartet.

Als vom italienischen Veranstalter kurzfristig der für die Uraufführung vorgesehene Rahmen geändert wurde und Mathyshek den Konzerttermin verschob, kam Oswell auf die Idee, Mathysheks Produktion eigenmächtig zu übernehmen; sie reiste ohne die Mathyshek und deren Veranstalter zu informieren mit ihrem Pianisten nach Neapel, wo sie Mathysheks Kantate in Teilen zur "Uraufführung" brachte, um sich anschließend in Zeitungen als Urheberin der Idee zu inszenieren. 

Entgegen der Zeitungsdarstellung handelte es sich bei der Aufführung in Neapel um eine Teilpublikation des Werkes gegen den Willen und ohne Wissen und Einverständnis der Autorin. Zur Aufführung kamen dabei unter anderem Teile der Kantate und um die Veranstaltung zu einem Oswell-Konzert zu machen, ließ die Komponistin ihren Pianisten wohl mehrere Eigen-Kompositionen vortragen.

So stellte sich Oswell als Urheberin der Produktion dar. Die Initiatorin und Autorin der "Heldin von Gaeta", Astrid Mathyshek, erfuhr Details des "Diebstahls" ihrer Konzert-Veranstaltung aus dem Bericht lokaler Zeitungen. Hinter dem Rücken der Organisatorin hatte Oswell zudem eine illegale Werkanmeldung bei der Gema vorgenommen - dies insgeheim noch vor ihrer Fahrt nach Neapel - bei welcher sie der Verfasserin Mathyshek heimlich nur den Mindestsatz eines Librettisten-Tantiemenanteils zusprach; auch dies ohne Absprache mit Mathyshek.

Oswell ließ mündlich wissen, dass sie die Kantate weiterhin aufführen wolle und zwar "in der ganzen Welt"; den Umstand, dass es sich um eine gestohlene Veranstaltung handelt, quittierte sie skrupellos mit den Worten "So is's Leben." Der Kontaktabbruch erfolgte unmittelbar nach Oswells Erwägung, die Kantate in Klagenfurt der Intendantin eines Festivals zur Aufführung anzubieten, ebenso wie der Stadt Riedenburg.

Die legale Uraufführung der von Mathyshek verfassten Kantate "Die Heldin von Gaeta" findet wie angekündigt als Cantata a voce sola unter Mathysheks Leitung im offiziellen Rahmen einer festlichen Konzertveranstaltung statt. Die Premiere wird zudem online übertragen. 

Eine Zusammenarbeit mit Susan Oswell gibt es NICHT. 

Auch eine Zusammenarbeit mit dem Pianisten Alexander Wagner erfolgt NICHT.

So wird natürlich nicht Susan Oswells Musik zur Uraufführung gebracht, sondern die übrigens meisterhaft gearbeitete Klangfülle eines Komponisten, dessen Name bereits allerorts bekannt sein dürfte. Raffinesse bis in die letzte Sechzehntelnote, ein Reichtum an wohlmodulierten Stimmungsfarben und die Poesie des Lyrischen Ich, entführen den Zuhörer ins Jahr 1861 unmittelbar nach dem Fall des schönsten Königreiches Europas wie die Monarchie von Neapel-Sizilien einst genannt wurde...

Wir freuen uns auf die Uraufführung der "Heldin von Gaeta"!

Astrid Mathyshek & Ensemble Lashon


Info und Bestellungen der Biografie "Marie Sophie Amalie":
Mark & Johann Archivolt
Literatur und Übersetzungswerke
johann.archivolt@gmx.de

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